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Warum Frauen längerleben Erkenntnisse aus einem Vergleich von Kloster- und Allgemeinbevölkerung

Опубликовано на портале: 29-09-2003
Wiesbaden: BiB, 2002, cерия "Materialien zur Bevцlkerungswissenschaft", 164 с.
Тематический раздел:
Materialien zur Bevölkerungswissenschaft des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung Die vorliegende Arbeit über die Mortalität in bayerischen Frauen- und Männerklöstern im Zeitraum 1910-1985 wurde 1998 mit dem ersten Preis im Nachwuchswissenschaftlerwettbewerb der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung und der Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaft (DGBw) ausgezeichnet - eine Auszeichnung die für sich spricht, zog die Jury diese Diplomarbeit doch den ebenfalls eingereichten Dissertationen deutlich vor.

Weder das Thema noch die angewandten Verfahren haben an Aktualität verloren, denn trotz steigender Lebenserwartung scheint ein Phänomen unabänderlich festgeschrieben: Frauen leben einfach länger. Seit der erstmaligen Beschreibung der geschlechtsspezifischen Sterblichkeitsunterschiede im 18. Jahrhundert sind Wissenschaftler bemüht, die hierfür verantwortlichen Ursachen herauszufinden. Allerdings besteht bis heute Uneinigkeit darüber, in welchem Ausmaß biologische oder verhaltens- bzw. umweltbedingte Faktoren wie Lebensstil, Sozialschichtzugehörigkeit oder Berufstätigkeit die männliche Übersterblichkeit bedingen. Gerade hierin liegt der besondere Wert der vorliegenden Arbeit, ermöglicht die Betrachtung von Nonnen und Mönchen doch die Sterblichkeitsanalyse in einer Population, bei der Verhaltens- bzw. Umweltunterschiede zwischen Frauen und Männern nicht existieren und somit auch nicht zu unterschiedlichen Überlebenschancen für die Geschlechter führen können. Vor diesem Hintergrund sind die gewonnenen und zum Teil überraschenden Ergebnisse von großer Wichtigkeit und sicher nicht allein von rein wissenschaftlichem Interesse.

Aktualität hat das Werk auch in seiner methodischen Vorgehensweise: mit den statistischen Testverfahren für die Sterbetafelparameter wird in der deutschsprachigen Demographie in diesem Umfang absolutes Neuland betreten. Dem Verfasser gelingt es, neue Programme zur Auswertung von Lebensverläufen zu konzipieren und anzuwenden. Die Methodik ist in ihrer Transparenz für den Leser nicht nur leicht nachzuvollziehen, sie beweist zudem in der Erprobung an einer breiten Datenbasis ihre Praxistauglichkeit. Die über 8000 Datensätze zu Nonnen und Mönche sorgen dafür, dass in ihrer Aussagekraft bislang einmalige Auswertungen durchgeführt werden konnten. Es wird deutlich, dass Klosterstudien aufgrund der Homogenität im täglichen Leben der betrachteten Individuen ein noch viel zu wenig beachtetes Potential für die Auswertung verschiedener Fragestellungen im Bereich der Mortalitätsforschung bieten, wie z. B. die Untersuchung des Einflusses von Faktoren wie Bildung oder Herkunftsfamilie auf die menschliche Sterblichkeit. Mit ihrer umfassenden Zusammenstellung derartiger Studien liefert die Arbeit hervorragende Ansatzpunkte für derartige Forschungen. (Aus dem Vorwort von Dr. Charlotte Höhn, Direktorin und Professorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung)