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Wer beherrscht die Unternehmen? Shareholder Value, Managerherrschaft und Mitbestimmung in Deutschland

Опубликовано на портале: 20-11-2008
Frankfurt am Mein: Campus, 2003, 300 с.

Shareholder Value versus Wertschöpfung Wandel der politischen Ökonomie in Deutschland Die Praxis der Unternehmensführung ist in Deutschland seit den neunziger Jahren zunehmend aktionärsorientiert. Martin Höpner untersucht am Beispiel der vierzig größten deutschen Kapitalgesellschaften Ursachen und Konsequenzen dieser Entwicklung. Deutsche Großunternehmen bemühen sich in den neunziger Jahren verstärkt, ihre Unternehmenskontrollsysteme an den Interessen der Aktionäre auszurichten. In der öffentlichen Debatte wird dieser Vorgang unter dem Schlagwort »Shareholder Value« diskutiert – ein Begriff, der eine Unternehmenspolitik bezeichnet, die auf die Bedienung der Finanzinteressen der Aktionäre und damit auf die Steigerung der Aktienkurse zielt. Doch die Aktienkurse spiegeln nicht die Wertschöpfung des Unternehmens, sondern nur deren Verteilung wider. Aus der Sicht von z.B. Arbeitnehmern, Zulieferern, Abnehmern und Endverbrauchern ist der Shareholder Value quasi bedeutungslos, weil für diese Gruppen andere Unternehmenswerte von Belang sind. Martin Höpner diskutiert in seiner Untersuchung die Vereinbarkeit einer Shareholder-Value-Orientierung mit dem deutschen System der Arbeitsbeziehungen, das durch ein hohes Maß an Regulierung und Mitbestimmung gekennzeichnet ist. Er zeigt, dass aktionärsorientierte Unternehmensführung gerade nicht auf dauerhafte Steigerungen der Wertschöpfung (zum Beispiel durch Unternehmenswachstum) zielt, sondern auf dauerhafte Steigerungen des Aktionärsnutzens, der mit den Ansprüchen, die andere Gruppen an Unternehmen richten, durchaus in Konflikt geraten kann. Höpners wirtschaftssoziologische Studie interpretiert die zunehmende Managementorientierung an den Finanzinteressen der Aktionäre als einen Indikator dafür, dass sich in den zugrunde liegenden Spielregeln und Kräfteverhältnissen, unter denen die am Unternehmensgeschehen beteiligten Gruppen zusammentreffen, grundlegende Veränderungen vollzogen haben. Der Autor stellt seine Befunde in den Kontext der Theorie über Modelle des Kapitalismus und leistet so einen wichtigen Beitrag zur politisch-ökonomischen Theorie der gegenwärtigen Liberalisierungsprozesse.